17.06.2026 20:03

Breakdance-Unterricht – eine motivierende sportliche Kompetenzförderung

Unser gemeinnütziger Verein "ghettokids – Soziale Projekte e.V." unterstützt und fördert seit seinem Gründungsjahr 2000 sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche auf vielfältige Weise – nicht nur im Münchner Stadtbezirk Hasenbergl, sondern in ganz München. Entweder setzen wir eigene Förderprojekte um oder bezuschussen auf Antrag Projektinitiativen, die unserem Anspruch an Förderung und Teilhabe unserer Zielgruppe entsprechen.
Einen sehr überzeugenden Antrag stellte vor längerer Zeit unser Vorstandsmitglied Carolin Steber, die beruflich inzwischen Stellvertretende Schulleiterin am SFZ München Mitte 3 Am Westpark ist. In ihrem Antrag mit der Bitte um einen Zuschuss ging es um ein einwöchiges, ganztägiges Breakdace-Intensivprojekt für 160 Kinder und Jugendliche.

Warum unterstützt unser Verein ein solch intensives Breakdance-Projekt?
Breakdance-Unterricht mit Kindern und Jugendlichen bietet eine kreative, motorisch herausfordernde Form der Bewegung, die Spaß macht und gleichzeitig wichtige Kompetenzen fördert. Durch das Erlernen von Grundbewegungen wie Freeze-, Power- und Toprock-Elementen entwickeln die Teilnehmenden Körperbewusstsein, Koordination und Rhythmusgefühl. Wiederholungen stärken Feinmotorik, Kraftausdauer und Bewegungsgenauigkeit, während das Erlernen von Schrittfolgen die kognitive Planung, Sequenzierung und Gedächtnisleistung trainiert.

Soziale Kompetenzen stehen im Fokus, denn der Unterricht erfolgt oft in Gruppen, was gegenseitige Hilfestellung, respektvolle Kommunikation und Fairness stärkt. Teamwork wird durch Partner- und Gruppenübungen gefördert, wodurch Empathie, Verantwortungsbewusstsein und Unterstützungsbereitschaft wachsen. Gleichzeitig bietet Breakdance eine Plattform für Selbstausdruck und Kreativität: Jugendliche lernen, ihren Stil zu finden, Motive zu interpretieren und Bewegungen individuell zu gestalten, was Selbstvertrauen und Identitätsentwicklung unterstützt.

Emotionale Kompetenzen entwickeln sich durch Feedback-Schleifen, Reflexion über Fortschritte und den Umgang mit Herausforderungen, Rückschlägen oder Nervosität vor Auftritten. Die Schülerinnen und Schüler lernen Zielorientierung, Motivation und Disziplin, da regelmäßiges Üben, Pünktlichkeit und Trainingspläne wichtig sind. Bewegungshygiene, Sicherheit und Verletzungsprävention – wie Aufwärmen, korrektes Landen und Mattennutzung – tragen zur Gesundheit bei und fördern Verantwortungsbewusstsein für den eigenen Körper.

Darüber hinaus stärken Breakdance-Kurse oft kulturelles Verständnis, Respekt vor Ursprüngen der Dance-Form und Offenheit für Vielfalt, da Stilelemente verschiedener Communities einfließen. Insgesamt bietet der Unterricht eine ganzheitliche Förderung: motorische Entwicklung, kognitive Fähigkeiten, soziale Interaktion, emotionale Resilienz, Kreativität, Selbstwirksamkeit und Gesundheitskompetenz.

Hier nun der Bericht von Frau Steber zum Breakdance-Projekt mit Ditto Winterstein am SFZ München Mitte 3 Am Westpark:

"Wie geplant, haben wir mit Hilfe des Zuschusses im Zeitraum vom 23.06. bis 27.06.2025 in der Turnhalle des Sonderpädagogischen Förderzentrums München Mitte 3 ein Breakdance-Camp (Breakdance-Projektwoche) mit "Dittos mobile dance school" aus Veitshöchheim durchführen können.

Insgesamt haben daran 160 Schülerinnen und Schüler teilgenommen, die Übungseinheiten fanden täglich vormittags und nachmittags statt.
Der Inhaber der Tanzschule und Leiter des einwöchigen Schulprojekts, Ditto Winterstein, ist Breakdance-Weltmeister und sowohl national als auch international mit Workshops, Kursen, Kino-, Theater- und Fernsehproduktionen erfolgreich.

In dieser Projektwoche hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, mehrere Tage lang Breakdance und HipHop zu "leben". Im Tanztraining inbegriffen waren die typischen Breakdance-Grundschritte wie Toprocks und Sixsteps, sowie einige akrobatische Moves wie die Freezes, Powermoves und Salti, immer angepasst an das Alter und die Leistungsfähigkeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Am Ende der Breakdance-Woche führten die Schülerinnen und Schüler eine gemeinsam eingeübte Show ihren Lehrkräften, Eltern, den Familien und Verwandten, ja sogar manchem Nachbarn vor und konnten voller Stolz zeigen, was sie gelernt hatten.

Äußerst beeindruckend zu erleben war, wie selbstbewusst und stolz die bis in die Zehenspitzen motivierten und selbstverständlich auch aufgeregten Kinder und Jugendlichen die einstudierten Choreografien präsentierten und damit das anwesende Publikum begeistern konnten. Zahlreiche Erinnerungsfotos mit dem Künstler und den Kindern und ihren Familien wurden gemacht, persönliche Gespräche fanden statt und der Teamgeist einer gemeinsam erbrachten Leistung lag in der Luft.

Gerade für die Schülerinnen und Schüler eines sonderpädagogischen Förderzentrums, die oft psychisch und physisch beeinträchtigt sind, im Lernen, der Sprache, aber auch im emotional-sozialen Verhalten erhebliche Förderbedarfe aufweisen, aus bildungsfernen Elternhäusern stammen und wenig bis kaum Anregungen für eine sinnvolle Freizeitgestaltung erhalten, war die so gestaltete Projektwoche ein großartiges Erlebnis und die Möglichkeit, sich selbstwirksam zu erleben, für Erfolge Anerkennung und ihr Engagement Wertschätzung zu erhalten.

Vielen Dank im Namen aller Beteiligten, insbesondere der Schülerinnen und Schüler, für die großzügige Unterstützung dieses Projekts!"

Wirklich sehr, sehr gern geschehen!